Komponist – ehemaliger Schüler von Olivier Messiaen –, Organist und Improvisator.
Jean-Pierre Leguay gewann zahlreiche Preise für Orgel, Improvisation (an der Orgel und am Klavier) sowie für Komposition am Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris. Er wurde zudem bei zahlreichen internationalen Wettbewerben, u.a. in Lyon, Haarlem, Nice und Erding ausgezeichnet. Preisträger des Paul-Louis-Weiller-Preises für die musikalische Komposition (verliehen von der Académie des Beaux-Arts - Institut de France).
Jean-Pierre Leguay wirkte von 1961 bis 1984 als Organist an der Pariser Kirche Notre-Dame-des-Champs, bevor er 1985 zum Titularorganisten an der Hauptorgel von Notre-Dame in Paris ernannt wurde. Dieses Amt übte er bis zu seinem Ruhestand Ende 2015 aus. Heute ist er emeritierter Titularorganist an derselben Kathedrale.
Von 1968 bis 1989 unterrichtete er die Fächer Orgel und Improvisation (solistisch und im Ensemble) am Conservatoire National de Région de Limoges, anschließend von 1989 bis 2003 am Conservatoire National de Région de Dijon.
Als weltweit gefeierter Konzertorganist, Komponist und Improvisator (an der Orgel, am Klavier und im Ensemble) verfolgt Jean-Pierre Leguay seine dreifache Karriere weit über die Grenzen Frankreichs hinaus (in Europa, Kanada, USA und Asien). Darüber hinaus ist er häufig Gast von französischen und ausländischen Radiosendern, Akademien, Universitäten und Konservatorien.
Der Werkkatalog des begeisterten Klangalchemisten umfasst mittlerweile über achtzig Werke für verschiedene Instrumental- und Vokalbesetzungen (u.a. Sève für Altsaxophon und Klavier, Streichquartett, Souffle für 14 Instrumente, Aube für Orgel und Kammerorchester, Cendres d’ailes für Tenor und Klavier, Missa Deo Gratias für Solosopran, großen gemischten Chor, Blechbläserquartett, Schlagzeug und eine oder zwei Orgeln, Madrigal VIII für Schlagzeug, Jubilusfür sechs Instrumente, Werke für Klavier solo, fünf Sonaten für Orgel). Seine Werke werden hauptsächlich bei Billaudot, Lemoine, Le Chant du Monde, Universal und Symétrie veröffentlicht. Er nahm Kompositionsaufträge von dem französischen Kulturministerium, Radio-France, Conservatoire National Supérieur de Musique de Paris, Concours International de Chartres, Musique Sacrée à Notre-Dame de Paris, Scottish Arts Council of Edinburgh, León Festival (Spanien), La Massana Festival (Andorra) sowie Estonian National Men‘s Choir wahr.
Zahlreiche von der Kritik gefeierte Aufnahmen begründeten seinen Ruf als Künstler von bemerkenswerter stilistischer Offenheit. Sein vielfältiges Repertoire enthält Werke, die zwischen dem 17. und 21. Jahrhundert entstanden sind, unter anderem von Bach, Mozart, Beethoven, Liszt, Brahms, Franck, Barié, Vierne, Ropartz. Darüber hinaus sind mehrere CDs mit seinen eigenen Kompositionen (vor allem Orgel, Kammer- und Vokalmusik) und Improvisationen (Orgel, Klavier, zwei Klaviere) erschienen.
Jean-Pierre Leguay improvisierte außerdem die Musik für den Film Les Mystères des Cathédrales (Regie: Jean-François Delassus, ARTE und Éditions Montparnasse). Die Einspielungen seiner Missa Deo Gratias sowie seiner Sonaten II und III wurden von der Zeitschrift Le Monde de la Musique mit einem „Choc“ gewürdigt. Die CD mit seinen Improvisationen in der Kathedrale Notre-Dame in Paris wurde mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik bedacht. Die monographische Aufnahme Chant d'airain erhielt fünf „Diapasons“ — die Höchstwertung der renommierten französischen Fachzeitschrift Diapason. Vor Kurzem bekam er die Auszeichnung „Opus d’Or” von OpusHD.net für die CD Momenti, die seinen eigenen Klavierwerken gewidmet ist. Ein Porträt des Komponisten und Improvisators mit dem Titel Jean-Pierre Leguay – Portrait d'un compositeur et improvisateur wurde 2019 bei Éditions L’Harmattan (Paris) veröffentlicht.
Ritter der Ehrenlegion.
Traduction : Eryk Domaniecki